Auswärtsniederlage beim HSC 2000 Coburg

Die Eagles haben im Auswärtsspiel beim HSC 2000 Coburg die große Chance verpasst, die Abstiegsränge zu verlassen. Vor 1.856 Zuschauern unterlag die HSG am Pfingstsonntag mit 34:36 (17:17).

Sonntag, 24. Mai 2026
Coburgs junger Torwart Fabian Apfel ragte besonders nach der Pause über sich hinaus. Hier musste er sich aber bei einem freien Wurf von Marvin Kix geschlagen geben. Foto: HBL2

Nach einer starken ersten Halbzeit gerieten die Krefelder zu Beginn des zweiten Durchgangs zwischenzeitlich mit vier Treffern ins Hintertreffen. Trotz großer Moral und der Umstellung auf die Sieben-gegen-Sechs-Taktik gelang die Wende nicht mehr. Ausschlaggebend war letztlich die hohe Anzahl an Fehlwürfen (24). Damit steht fest: Im Heimspiel am Samstag gegen den TuS N-Lübbecke muss ein Sieg her, um im Kampf um den Klassenerhalt weiter aussichtsreich im Rennen zu bleiben.

Nach der Anreise am Samstag bat Trainer Mark Schmetz seine Mannschaft im Teamhotel in Herzogenaurach nach dem Frühstück zur Besprechung. Nach dem Mittagessen machte sich das Team um 14.30 Uhr auf den Weg nach Coburg. Zusätzliche Motivation lieferte das Ergebnis aus Lübbecke vom Vortag, wo Essen eine knappe Niederlage hinnehmen musste. Mit einem Sieg hätten die Eagles den vorletzten Tabellenplatz verlassen können.

Die Gastgeber mussten verletzungsbedingt auf drei Kreisläufer verzichten, gingen aber dennoch als Favorit in die Partie. Nach zuletzt wechselhaften Leistungen wollte Coburg auf der Zielgeraden der Saison noch drei Siege einfahren.

Mark Schmetz vertraute zu Beginn auf dieselbe Startformation wie im Heimspiel gegen Balingen. Im Angriff ersetzte Lars Jagieniak zunächst Falk Kolodziej. Wie bereits in Krefeld blieben auch die Coburger Fans so lange stehen, bis ihr Team den ersten Treffer erzielte – und das dauerte: Die Eagles erwischten einen Traumstart und gingen mit 4:0 in Führung. Torwart Pau Guitart glänzte früh mit zwei Paraden, zudem hielt Finn Rüspeler einen Siebenmeter.

Auch in der Folge präsentierten sich die Krefelder konzentriert und nutzten eine Zeitstrafe gegen Coburg konsequent aus, indem sie zweimal ins leere Tor trafen. Nach einer Hinausstellung gegen Marvin Kix verkürzten die Gastgeber allerdings mit einem 3:0-Lauf. Dennoch behaupteten die Eagles zunächst ihre Führung. Beim Stand von 6:10 reagierte Coburg und nahm mit Petros Boukovinas den statistisch besten Torwart der Liga vom Feld. Sein Vertreter fügte sich direkt mit zwei Paraden ein.

In der 22. Minute gelang den Hausherren erstmals der Ausgleich zum 12:12. Mark Schmetz nahm daraufhin eine Auszeit und brachte Robert Krass, Jörn Persson und Julius Rose. Vor allem Rose setzte sofort Akzente und erzielte drei Treffer. Auch eine Zeitstrafe gegen Robert Krass brachte die Eagles zunächst nicht aus dem Konzept. Sekunden vor der Halbzeitpause musste die HSG allerdings noch den Treffer zum 17:17 hinnehmen.

Direkt nach Wiederbeginn ging Coburg erstmals in Führung. Zudem kassierte Lars Jagieniak eine Zeitstrafe, die der Gastgeber mit zwei Treffern ins leere Tor konsequent nutzte. Die Eagles stellten daraufhin auf die Sieben-gegen-Sechs-Taktik um, konnten daraus jedoch keinen entscheidenden Vorteil ziehen. Immer wieder verhinderten Fehlwürfe eine Aufholjagd, während Coburgs Torwart Fabian Apfel mit zahlreichen Paraden zum entscheidenden Faktor wurde.

Nach 42 Minuten lagen die Eagles mit vier Treffern zurück. Nach einer Parade von Pau Guitart und in Überzahl – Coburg kassierte zwei Zeitstrafen – kämpfte sich die HSG zwischenzeitlich noch einmal bis auf zwei Tore heran. Für eine Wende reichte es in der Schlussphase trotz großen Einsatzwillens jedoch nicht mehr.

„Wir haben uns viel vorgenommen, haben es aber in der zweiten Halbzeit nicht geschafft, wieder zu unserem Spiel aus der ersten Halbzeit zurückzufinden. Wir haben zu viele Fehler gemacht, und das hat Coburg eiskalt bestraft“, sagte Marvin Kix nach der Partie.

Der Sportliche Leiter Stefan Meler sagte:  “Es ist enttäuschend, weil wir mit einem Sieg im Abstiegskampf das Heft wieder selber in der Hand gehabt hätten. Ich wusste, dass Coburg nach zwei Niederlagen und diversen Krisensitzungen heute im Heimspiel unbedingt gewinnen wollte. Unser Spiel war aber nicht so, dass wir da gewinnen konnten. Es gab zu viele Fehlwürfe. Aber die Jungs haben mega gefightet und eigentlich ein gutes Auswärtsspiel gemacht. Hier gewinnen wir vielleicht eins von 50 Spielen. Dann muss aber alles optimal laufen, das war heute nicht der Fall. Jetzt müssen wir auf die letzten beiden Spiele schauen und diese positiv gestalten.”

Trainer Mark Schmetz sagte: “Wir hatten heute eine gute Chance zu gewinnen. Wir kommen mit einer guten Abwehr und Tempo gut ins Spiel rein und machen unsere Tore. Klar, dass man einen großen Vorsprung hier nicht lange halten kann, dafür ist Coburg einfach zu gut. Anfang der 2. Halbzeit kommen wir in Unterzahl und liegen zurück. Aber wir kämpfen uns zurück ins Spiel. Insgesamt leisten wir uns 25 Fehlwürfe, davon 14 freie Würfe. Wir schaffen es, dass mit Boukovinas der beste Torwart der Liga ausgewechselt wird. Dann macht der zweite Torwart das Spiel seines Lebens. Da müssen wir uns an die eigene Nase fassen. Die Mannschaft hat großartig gekämpft, großes Lob dafür. Wir haben einige Spieler, die die ganze Woche nicht trainieren konnten, aber auf die Zähne gebissen haben. Am Ende waren es auch ein paar technische Fehler zu viel. Mehr wäre heute drin gewesen. Wir werden das Spiel analysieren. Wir müssen jetzt zwei Siege holen und hoffen, dass Essen noch ein Spiel verliert.”

HSG: Guitart, Rüspeler – Kix (8), Krass, Kolodziej (10/6), Klasmann, Schneider (4), Siegler, Schulz, Marquardt, Braun, Michalski (1), Jagieniak (2), Persson (1), Ingenpaß (5), Rose (3).

Schiedsrichter: Marcus Hurst/Mirko Krag.

Tickets für das Heimspiel gegen den TuS N-Lübbecke am Samstag, 30.Mai, 18 Uhr  sind online unter: https://tickets.hsg-krefeld-niederrhein.de und an der Abendkasse erhältlich.