Die Eagles steigen nach der Heimniederlage gegen den TuS-N-Lübbecke ab

Für die Eagles ist das Abenteuer 2. Handball-Bundesliga als Aufsteiger vorzeitig beendet. Am Samstagabend verlor die Mannschaft ihr letztes Heimspiel der Saison gegen den TuS N-Lübbecke mit 33:34 (15:13) und steht damit bereits einen Spieltag vor Saisonende als Absteiger in die 3. Liga fest.

Samstag, 30. Mai 2026
Torwart Pau Guitart, der nach der Niederlage Tränen vergoss, wird hier von Geschäftsführer André Schicks verabschiedet. Foto: samla

Vor 1.842 Zuschauern lieferten sich die Eagles mit den Ostwestfalen einen packenden Kampf bis zur letzten Sekunde. Trotz der großen Enttäuschung richtete Kapitän Niklas Ingenpaß den Blick unmittelbar nach Spielende nach vorne: „Wir werden gestärkt in die Drittliga-Saison gehen, greifen wieder an und werden alles daran setzen, in die 2. Liga zurückzukehren.“

Die Rahmenbedingungen am Schul- und Heimspieltag der HSG waren hervorragend. Bereits lange vor dem Anpfiff stimmten sich die Fans vor der Halle auf das Saisonfinale am Glockenspitz ein. Auch die zahlreichen Anhänger des TuS N-Lübbecke sorgten für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Angesichts der sommerlichen Temperaturen war es in der Halle sehr warm, im VIP-Raum herrschten sogar nahezu tropische Bedingungen – ein weiteres Zeichen dafür, dass die alte Spielstätte ihren Dienst erfüllt hat.

Vor dem Anpfiff gedachten Spieler, Offizielle und Zuschauer mit einer Schweigeminute dem vor knapp drei Wochen plötzlich verstorbenen Moritz „Mo“ Neukampf aus der zweiten Mannschaft der Eagles. Geschäftsführer André Schicks würdigte den 21-Jährigen für sein Engagement und seine sportlichen Leistungen. Mit seiner offenen und lebensfrohen Art habe er viele Menschen berührt.

Die Eagles begannen mit ihrer gewohnten Stammformation, wirkten jedoch zunächst nervös. Die Gäste nutzten dies konsequent aus und setzten sich mit einem 3:0-Lauf auf 6:3 ab. Mit zunehmender Spielzeit fanden die Gastgeber jedoch besser in die Partie. Das galt auch für Torhüter Pau Guitart, der mit seinen ersten Paraden wichtige Akzente setzte. Nach einem 4:0-Lauf gingen die Eagles in der 14. Minute erstmals mit 7:6 in Führung.

In der Folge entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe. Nach einer Auszeit brachte Trainer Mark Schmetz mit Robert Krass für Lucas Schneider sowie Julius Rose für Marvin Kix frische Kräfte. Beide fügten sich mit Torerfolgen direkt ein. Auch Pau Guitart überzeugte weiterhin mit starken Paraden. So nahmen die Eagles eine verdiente 15:13-Führung mit in die Halbzeitpause.

Die Gäste verkürzten unmittelbar nach Wiederbeginn und glichen wenig später aus. Anders als in einigen vorherigen Partien verschliefen die Eagles den Start in die zweite Hälfte jedoch nicht. Als N-Lübbecke in der 40. Minute mit 22:20 führte, reagierte Mark Schmetz mit einer Auszeit. Er brachte Jörn Persson und Julius Rose sowie Finn Rüspeler im Tor.

Wenig später stellte der Eagles-Coach beim Stand von 21:24 auf die Sieben-gegen-Sechs-Taktik um. Die gewünschte Wirkung blieb jedoch aus. Die Gäste nutzten Fehler der Gastgeber konsequent und bauten ihren Vorsprung in der 51. Minute auf fünf Tore aus.

Mit einer weiteren Auszeit versuchte Mark Schmetz, sein Team noch einmal zurück in die Spur zu bringen. Pau Guitart kehrte zwischen die Pfosten zurück, und die Eagles kämpften sich bis auf 28:30 heran (55.). Näher kamen sie jedoch nicht mehr. Als die Gastgeber 90 Sekunden vor Schluss auf offensive Manndeckung umstellten, sorgten die Ostwestfalen für die Vorentscheidung und sicherten sich schließlich einen knappen 34:33-Erfolg.

Mit der Niederlage steht der Abstieg der Eagles in die 3. Liga fest. Nach dem Schlusspfiff sank Pau Guitart auf dem Hallenboden zu Boden und vergoss Tränen. Der Spanier hatte mit seinen Leistungen maßgeblichen Anteil daran, dass die Eagles in der Rückrunde bis zum letzten Heimspiel die Chance auf den Klassenerhalt wahrten. Auch zahlreiche Mitspieler zeigten ihre Enttäuschung offen.

Trotz des sportlichen Rückschlags blieb die Halle nach Spielende gut gefüllt. Gemeinsam mit der Mannschaft des TuS N-Lübbecke verabschiedeten die Zuschauer unter großem Applaus Pau Guitart, Cedric Marquard, Robert Krass, Falk Kolodziej, Mike Schulz, Christopher Klasmann, Co-Trainer Chris Oploh sowie den Social-Media-Beauftragten Max Komp. Zudem werden die Trikots von Christopher „Chrissi“ Klasmann und Mike Schulz künftig einen Platz auf der Ehrentafel an der Hallenwand erhalten.

Trainer Mark Schmetz zog nach dem Spiel ein emotionales, aber realistisches Fazit: „Man kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie hat wieder alles reingelegt. In der ersten Halbzeit haben wir gut gespielt. Danach waren es erneut Kleinigkeiten, die dem Gegner die Möglichkeit gegeben haben, sich abzusetzen. Mit viel Disziplin hat sich die Mannschaft wieder herangekämpft und am Ende leider mit einem Tor verloren.“

Den Abstieg ordnete der Coach sachlich ein: „Wenn man nach 33 Spieltagen auf einem Abstiegsplatz steht, steigt man verdient ab und muss den anderen Mannschaften gratulieren. Dieses Jahr war eine Riesenerfahrung. Wir haben als Club ohne großen Namen gezeigt, dass wir als Aufsteiger in dieser Liga mithalten können. In nahezu jedem Spiel waren wir konkurrenzfähig. Leider haben wir in der Hinrunde nicht genügend Punkte geholt. Diese Erfahrungen nehmen wir mit. Wir können stolz darauf sein, dass wir als Aufsteiger 33 Spieltage lang konkurrenzfähig waren. Das gelingt nicht vielen Teams. Wir greifen wieder an und wissen jetzt, an welchen Stellschrauben wir drehen müssen.”

HSG: Guitart, Rüspeler – Kix (3), Krass (1), Kolodziej (5/2), Klasmann (2/2), Schneider (3), Siegler (6), Schulz, Marquardt, Braun, Michalski (4), Jagieniak (2), Persson (1), Ingenpaß (2), Rose (4).

Schiedsrichter: Christian vom Dorff / André Schlieder.