Die Eagles verabschieden sich mit einer Niederlage

Nach dem bereits feststehenden Abstieg fehlten den Eagles im vorläufig letzten Spiel in der 2. Handball-Bundesliga die nötige Konzentration und Konsequenz.

Samstag, 06. Juni 2026
Mike Schulz war in seinem letzten Spiel für die HSG mit sieben Treffern, davon sechs Siebenmeter, bester Werfer. Foto: HBL2

Im Auswärtsspiel bei der HSG Nordhorn-Lingen musste sich das Team mit 28:36 (10:21) geschlagen geben. Vor 2.147 Zuschauern, darunter rund 100 mitgereiste Krefelder Fans, fiel die Entscheidung bereits in der ersten Halbzeit zugunsten der Gastgeber. In den zweiten 30 Minuten zeigten die Gelb-Schwarzen jedoch Moral und verabschiedeten sich mit einer engagierten Leistung aus der Liga.

„Nordhorn hat verdient gewonnen. Wir hatten Probleme, die Spannung hochzuhalten. Heute haben wir auch einige Dinge ausprobiert und allen Spielern Einsatzzeiten gegeben. Respekt an Nordhorn, die ihre Aufgabe sehr gut gelöst haben“, sagte Kapitän Niklas Ingenpaß nach der Partie.

Die Eagles hatten sich bereits am frühen Nachmittag auf den Weg ins Emsland gemacht. Neben Matija Mircic fehlte auch Julius Rose, der aufgrund muskulärer Probleme unter der Woche nicht trainieren konnte. Zahlreiche Krefelder Anhänger wollten sich den vorläufig letzten Auftritt ihres Teams in der 2. Bundesliga nicht entgehen lassen und unterstützten die Mannschaft lautstark.

Trainer Mark Schmetz nahm im Vergleich zu den vergangenen Spielen einige Veränderungen in seiner Startformation vor. Nick Braun und Mike Schulz rückten für Lukas Siegler und Niklas Michalski in die Anfangsformation. In der Defensive kam bei Ballbesitz der Gastgeber Lars Jagieniak für Falk Kolodziej aufs Feld.

Torhüter Pau Guitart eröffnete die Partie direkt mit einer starken Parade. Seine Vorderleute fanden jedoch nur schwer ins Spiel und leisteten sich früh mehrere Fehlwürfe. Diese Nachlässigkeiten zogen sich wie ein roter Faden durch die erste Halbzeit. Insgesamt standen nach 30 Minuten 19 Fehlwürfe zu Buche – so viele wie in keinem Zweitligaspiel zuvor. Beim Stand von 5:10 reagierte Schmetz mit seiner ersten Auszeit und brachte mit Christian Klasmann und Jörn Persson frische Kräfte für den Rückraum. Später kamen auch Cederic Marquard und Robert Krass zum Einsatz.

Dennoch setzte die HSG ihr Offensivspiel konsequent fort. Zudem erwischte Torhüter Kristian van der Merwe einen glänzenden Tag und entschärfte zahlreiche Krefelder Würfe. Bereits bis zur Pause hatte er zwölf Paraden gesammelt. In der 24. Minute kam der junge Markus Berblinger zwischen die Pfosten. Der Torhüter wird auch in der kommenden Saison mit Förderlizenz für die Eagles auflaufen. Zur Halbzeit lag Krefeld deutlich mit 10:21 zurück.

Auch der Start in die zweite Halbzeit verlief wenig verheißungsvoll. Mit Finn Rüspeler im Tor mussten die Eagles zunächst einen 0:4-Lauf hinnehmen, durch den Nordhorn seine Führung auf 25:10 ausbaute. Anschließend zeigte Christopher Klasmann in seinem letzten Spiel für die Eagles noch einmal seine Qualitäten und leitete mit drei Treffern in Folge eine Aufholjagd ein. Ein weiterer 3:0-Lauf sorgte für eine erste Ergebniskorrektur zum 16:25.

In seiner Auszeit in der 46. Minute stellte Schmetz auf die Sieben-gegen-Sechs-Variante um, um den Rückstand weiter zu verkürzen. Seine Mannschaft kämpfte bis zum Schluss um ein respektables Ergebnis – mit Erfolg. Finn Rüspeler entschied das Torhüterduell in der zweiten Halbzeit mit insgesamt neun Paraden für sich und gab seinem Team zusätzlichen Rückhalt.

Den Schlusspunkt setzte Lucas Schneider wenige Sekunden vor dem Ende mit einem sehenswerten Kempa-Treffer zum 28:36-Endstand. Trotz der Niederlage verabschiedeten sich die Eagles mit einer kämpferischen Leistung aus der 2. Handball-Bundesliga.

Der Sportliche Leiter Stefan Meler sagte nach dem Spiel: “Vor der Pause haben wir keine Spannung aufgebaut, da hat und Nordhorn beim Sommerhandball bestraft. Wir haben natürlich viel gewechselt und die verdienten Spieler eingesetzt. Mit Finns Paraden haben wir dann noch eine gute zweite Halbzeit gespielt und das noch erträglich gestaltet. Alle, die uns verlassen, haben einen Teil dazu beigetragen.”

HSG: Guitart, Rüspeler, Berblinger – Kix (1), Krass (3), Kolodziej (2), Klasmann (4), Schneider (2), Siegler, Schulz (7/6), Marquardt (4), Braun, Michalski, Jagieniak (1), Persson (2), Ingenpaß (2),

Schiedsrichter: Konrad Gimmler/Jannik Rips.