Eagles bauen auf den Nachwuchs

Die Ausbildung talentierter Nachwuchsspieler steht bei den Eagles schon lange weit oben auf der Agenda. Und wenn die Talente zudem aus Krefelder Vereinen oder der näheren Umgebung kommen, umso besser.

Dienstag, 11. Aug. 2026
Unsere Nachwuchsspieler (v.li.) Mats Penkatzki, Jan Luca Mevissen und Jonas Gunkel. Foto: HSG

Auch in dieser Saison hat Sportlicher Leiter Stefan Meler wieder geeignete Nachwuchsspieler gefunden, die seit Beginn der Vorbereitung mit dem Drittliga-Kader trainieren und bereits in den Testspielen zum Einsatz gekommen sind. Während der Saison werden sie parallel weiterhin in der A-Jugend eingesetzt. „Es war in den vergangenen Jahren immer unser Ziel, Spieler aus der eigenen Jugend und aus Vereinen der Region in unser Training einzubauen. Jetzt haben wir drei talentierten Jugendspielern die Möglichkeit eröffnet, die komplette Vorbereitung mitzumachen. Alle drei haben in der Jugend bereits bewiesen, welches Potenzial in ihnen steckt. Für sie ist die Vorbereitung mit einer Drittliga-Mannschaft ein wichtiger Entwicklungsschritt: Sie werden gefordert, sammeln wertvolle Erfahrungen und können sich dadurch weiter verbessern“, sagt Stefan Meler.

Ein echter Krefelder Junge ist Jan-Luca Mevissen. Seine Handballwiege stand beim FC Bayer Uerdingen, dem heutigen SC Krefeld 05. Über Adler Königshof wechselte er im ersten B-Jugend-Jahr zum TuSEM Essen. Inzwischen ist der 18-jährige Kreisläufer im zweiten A-Jugend-Jahr bei den Eagles. „Ich hatte zunächst vor, ein Zweitspielrecht zu bekommen. In Essen habe ich im ersten A-Jugend-Jahr auch für die U23 gespielt. Jetzt wollte ich zusätzlich bei den Herren spielen. In den Herbstferien habe ich dann mit Sascha gesprochen und hier dienstags trainiert. In Essen hätte ich in dieser Saison weiterhin A-Jugend und U23 in der Oberliga spielen können, wollte aber lieber das Angebot der Eagles wahrnehmen“, erzählt Jan-Luca. Der Krefelder, der an der Gesamtschule 2027 sein Abitur machen möchte, stammt aus einer Handballfamilie. Einer seiner beiden Großväter spielte einst auf hohem Niveau und war später als Schiedsrichter aktiv. Auch seine Eltern waren lange im Handball aktiv. In der Grundschule entdeckte Jan-Luca in einer Handball-AG seine Begeisterung für den Sport und meldete sich anschließend in einem Verein an. Bis zur Corona-Pandemie war er zudem als Schwimmer bei der DLRG in Linn aktiv. Mit seiner Größe und seinem kräftigen Körperbau bringt er beste Voraussetzungen für die Position am Kreis mit. In den beiden Testspielen in Oberhausen erzielte er bereits seine ersten Treffer für die Eagles.

Etwas weiter entfernt von Krefeld, bei der JSG Hiesfeld-Aldenrade, liegt die Handballwiege von Jonas Gunkel. Der 16-Jährige wird im Oktober 17 und ist damit das Küken im Eagles-Kader. Seit der C-Jugend spielte Gunkel beim TuSEM Essen, ehe er im ersten B-Jugend-Jahr zu den Jungeagles wechselte.

Auch Jonas stammt aus einer Handballfamilie. „Ich war schon als Kind in der Halle, wenn mein Opa und später mein Vater gespielt haben. Bei Aldenrade habe ich dann mit Handball angefangen, als mein Vater dort Vorsitzender war“, erzählt der Rückraumspieler, der bereits seit der D-Jugend am Kreis eingesetzt wird. Das Training mit der Drittliga-Mannschaft ist für ihn allerdings eine neue Erfahrung. „Die Schnelligkeit und die Qualität sind für mich etwas ganz anderes. Das Training ist sehr hart. Aber die Jungs sind super und sehr rücksichtsvoll“, berichtet Jonas. Mit der B-Jugend der Eagles gelang ihm zuletzt der Aufstieg in die Regionalliga. In dieser Saison wird Jonas vorrangig für die A-Jugend spielen, aber weiterhin regelmäßig am Training der Drittliga-Mannschaft teilnehmen. In Dinslaken besucht Jonas das Gymnasium. Den Weg zum Training nach Krefeld übernehmen seine Eltern. Dabei wechseln sie sich mit den Eltern von Mats Penkatzki ab, der ebenfalls aus der Jugend der JSG Hiesfeld-Aldenrade stammt. Er feierte beim vergangenen Testspiel gegen KTSV Eupen seinen 17. Geburtstag und gab gleichzeitig sein Debüt für die Eagles.

Auch Mats wurde der Handball gewissermaßen in die Wiege gelegt. Als Kind war er häufig in der Halle, wenn sein Vater spielte, und durfte dabei auf der Ersatzbank sitzen. „Mit fünf Jahren habe ich dann selbst mit Handball angefangen. Nach einer Pause, in der ich Feldhockey gespielt habe, bin ich nach einem Jahr zurückgekommen. Seitdem spiele ich Handball und in Hiesfeld noch ein wenig Feldhockey“, erzählt er. Bis zur F-Jugend stand Mats Penkatzki im Tor, wechselte dann aber schnell in den Rückraum und spielt inzwischen auf der Position Rückraum-Mitte. Da die A-Jugend in Hiesfeld aufgelöst wurde, schloss sich Mats den Jungeagles an. Dort kann er nun noch zwei Jahre in der A-Jugend spielen. Wie Jan-Luca und Jonas wird auch er regelmäßig mit der Drittliga-Mannschaft trainieren. „Ich muss mich noch an das harte Training gewöhnen, besonders an die körperliche Belastung. Solange das noch nicht der Fall ist, fühle ich mich nicht ganz wohl und kann mein Potenzial nicht vollständig abrufen. Ich wurde hier aber sehr gut aufgenommen. Alle sind supernett“, sagt Mats. Nach dem Abitur kann er sich vorstellen, eine Ausbildung zum Physiotherapeuten zu machen. Ein Beruf, den auch seine Eltern ausübten.