Dank einer sehr guten Leistung lagen die Krefelder bis zur 41. Minute mit sieben Toren vorne und schienen auf dem besten Weg zum nächsten Sieg. Doch dann ließ die Konzentration nach, was die Gastgeber konsequent ausnutzten. In der Schlussphase hatten sie sogar noch die Chance, den Siegtreffer zu erzielen. Doch der erneut starke Torwart Finn Rüspeler verhinderte dies mit einer entscheidenden Parade.
„Das war sehr lange sein sehr gutes Spiel, wo für uns viel zusammengepasst hat. Leider haben wir dem Gegner durch Fehler und mangelnde Griffigkeit in der Abwehr nochmal die Chance gegeben, ins Spiel zurückzukommen. Am Ende kann es noch komplett gegen uns gehen“, sagte der Sportliche Leiter Stefan Meler. Vielleich ist das Unentschieden auch ein gutes Omen. Denn vor zwei Jahren ist die HSG nach dem Unentschieden in Gelnhausen aufgestiegen.
Schon vor dem Anpfiff war die Anspannung in beiden Lagern spürbar. Vor der Halle stimmten sich die Fans auf das Duell der beiden Topteams ein. Aus Krefeld waren gut 80 Eagles-Anhänger mitgereist, die ihr Team während der gesamten 60 Minuten lautstark unterstützten.
Die Eagles konnten wieder auf Kapitän Niklas Ingenpass zurückgreifen, der beim Spiel gegen den TuS 82 Opladen gefehlt hatte. Nach zwei starken Auftritten in Folge stand Finn Rüspeler erneut von Beginn an im Tor. Im Rückraum und auf den Außenpositionen vertraute Trainer Mark Schmetz zunächst auf Lucas Schneider, Niklas Michalski, Julius Rose, Maciej Papina und Justin Wollny.
Schon kurz nach dem Anpfiff wurde deutlich, warum beide Mannschaften bislang die wenigsten Gegentore in der Süd-West-Staffel kassiert hatten. Die Krefelder erwischten allerdings den besseren Start. Vor allem Maciej Papina drückte dem Spiel seinen Stempel auf. Nach dem 2:2 erzielte er fünf Treffer auf dem Weg zur 7:4-Führung, darunter drei verwandelte Siebenmeter. In dieser Phase sah Gelnhausens Yannik Mocken nach einem bösen Foul an Niklas Michalski, der ab da verletzt passen musste, die Rote Karte. Damit fehlte den Gastgebern fortan ein Linksaußen.
Die Eagles stellten die Abwehr des TVG mit ihrem schnellen Rückraumspiel immer wieder vor Probleme. Besonders Julius Rose und Jörn Persson nutzten ihre Chancen konsequent. Nach einer weiteren Roten Karte mussten die Gastgeber einen zusätzlichen Rückschlag hinnehmen. Maciej Papina verwandelte auch seinen vierten Siebenmeter und sorgte damit für eine verdiente 15:11-Pausenführung der Krefelder.
Auch nach dem Seitenwechsel erwischten die Eagles den besseren Start. Besonders Lennart Kösters setzte Akzente. Er war für den angeschlagenen Niklas Michalski ins Spiel gekommen und trug mit seinen Treffern dazu bei, dass Krefeld den Vorsprung auf 17:11 ausbauten.
Doch dann kämpfte sich der TV Gelnhausen zurück in die Partie. Mit zwei 3:0-Läufen brachten die Gastgeber die Halle, die den Beinamen „Hölle Süd“ trägt, wieder zum Kochen. HSG-Trainer Mark Schmetz nahm eine Auszeit, um den Lauf des Gegners zu stoppen und sein Team neu einzustellen. Er stellte auf die Sieben-gegen-Sechs-Taktik um und schickte zudem Wojciech Borucki für Finn Rüspeler zwischen die Pfosten.
Doch das Momentum blieb auf die Seite der Gastgeber. Gelnhausen verkürzte den Rückstand Schritt für Schritt und kam beim 23:25 bis auf zwei Treffer heran. Damit war für die Schlussphase Hochspannung angesagt. Drei Minuten vor dem Ende lagen die Eagles nur noch mit 29:28 vorne, ehe sie 116 Minuten vor dem Ende den Ausgleich hinnehmen mussten.
In der entscheidenden Phase kehrte Finn Rüspeler ins Tor zurück und wurde erneut zum wichtigen Rückhalt. 15 Sekunden vor dem Abpfiff parierte er den letzten Wurf der Gastgeber und bewahrte die Eagles damit vor einer möglichen Niederlage. Die Krefelder kamen noch einmal in Ballbesitz, konnten den entscheidenden Treffer aber nicht mehr erzielen. So blieb es beim 30:30, mit dem die HSG ihre die Tabellenführung verteidigte.
Am kommenden Samstag um 19:30 Uhr kommt es gleich zum nächsten Spitzenspiel. Dann ist die HG Saarlouis in der Glockenspitzhall zu Gast.
HSG Krefeld Niederrhein: Rüspeler, Borucki – Ingenpass, Persson (8), Wolfram (1), Rose (4), Schneider (1), Siegler, Michalski, Braun, Kösters (5), Jagieniak (1), Papina (7/5), Wollny (3), Mevissen.
Schiedsrichter: Paul Kijowsky, Lukas Strüder.