Eagles fahren zum Spitzenspiel nach Gelnhausen

Mit blütenweißer Weste reisen die Eagles am Sonntag als Tabellenführer zum ebenfalls ungeschlagenen Tabellenzweiten TV Gelnhausen.

Freitag, 16. Okt. 2026
Kapitän Niklas Ingenpass ist wieder an Bord. Foto: samla

Die Gastgeber mussten bislang lediglich am dritten Spieltag beim 28:28 gegen die HG Saarlouis einen Punkt abgeben. In beiden Lagern ist die Spannung entsprechend groß. Ab 17 Uhr ist in der „Hölle Süd“, wie die 1500 Zuschauer fassende Rudi-Lechleidner-Halle in Gelnhausen genannt wird, mit einem packenden und emotionalen Schlagabtausch zu rechnen. Dabei können sich die Eagles auf die Unterstützung zahlreicher Fans verlassen. Der eigens organisierte Fanbus ist bereits ausverkauft. Darüber hinaus werden sich weitere Anhänger mit dem Auto auf die rund 290 Kilometer lange Fahrt in die Kreisstadt des Main-Kinzig-Kreises zwischen Frankfurt und Fulda machen.

Bislang standen sich beide Mannschaften viermal in Punktspielen gegenüber. In der Saison 2023/24 gewannen die Eagles beide Begegnungen. In der Aufstiegssaison trennten sich die Teams im Hinspiel in Gelnhausen mit 23:23. Damals war dies der einzige Punktverlust der Krefelder in der gesamten Hauptrunde. Das Rückspiel entschieden die Eagles anschließend deutlich mit 36:24 für sich.Für die Krefelder ist die Partie die bislang größte Herausforderung der laufenden Saison und zugleich die erste echte Bewährungsprobe im Kampf um den direkten Wiederaufstieg. „Wir gehen zum ersten Mal nicht unbedingt als Favorit in dieses Spiel. Wir wissen um die Stärke des Gegners und wie schwer es ist, dort zu gewinnen“, sagt Trainer Mark Schmetz. Entsprechend früh begann der Coach in dieser Woche damit, seine Spieler mithilfe von Videoanalysen auf die anspruchsvolle Aufgabe vorzubereiten. „Da kommt eine Menge Arbeit auf uns zu. Gelnhausen spielt mit sehr viel Tempo, einer schnellen Mitte und einer starken zweiten Welle. Das Spiel ist sowohl in der Abwehr als auch im Angriff von vielen individuellen Eins-gegen-Eins-Situationen geprägt“, erklärt Mark Schmetz. Besonders gespannt ist er auf das Torhüterduell: „Mit Minerva hat die Mannschaft einen sehr guten Torwart, der genau wie unsere beiden Torhüter derzeit sehr gut in Form ist.“Nach sieben souveränen Siegen sieht der HSG-Trainer seine Mannschaft auch mental für die schwierige Aufgabe gerüstet. „Man merkt schon im Training die gestiegene Intensität. Die Mannschaft weiß, dass wir in der Aufstiegssaison dort unseren einzigen Punkt abgegeben haben und wie viel Qualität in diesem Team steckt. Wir müssen uns richtig strecken, um dort gewinnen zu können. Aber wir freuen uns auf das Spiel. Es ist sehr schön, dass uns viele Fans begleiten und uns den Rücken stärken“, betont der Coach.

Stefan Meler, Sportlicher Leiter der Eagles, erwartet am Sonntag eine sehr schwere Aufgabe: “Jetzt werden die Spiele eingeläutet, wo wir gegen Mannschaften von oben spielen und die auch das Ziel Aufstiegsrunde haben. Wir gehen gut vorbereitet in das Spiel. Natürlich sind wir personell durch die Langzeitverletzten Marvin Kix und Matija Mircic sowie durch Krankheiten oder kleine Zipperlein etwas angeschlagen. Aber wir haben jetzt Lust, gegen die Topmannschaften zu spielen. Die Jungs sind richtig heiß und werden Gas geben. Wir wollen die beiden Punkte mit nach Hause nehmen.”Dem Gegner zollt er großen Respekt: “Gelnhausen ist seit Jahren eine der Topmannschaften der gesamten 3. Liga. Das ist ein cooler Verein mit tollen Strukturen und handelnden Personen, die das schon jahrelang begleiten. Die Mannschaft verfügt über viel individueller Qualität, ist sehr jung und gut ausgebildet. Mit Torwart Jan-Steffen Minerva wurde das Team verstärkt, der aus Großwallstadt kam und dem Team mit seiner Erfahrung und Klasse zusätzlich Sicherheit gibt.”Nachdem in der vergangenen Woche einige Spieler der Eagles krankheitsbedingt im Training gefehlt hatten, hat sich die personelle Situation inzwischen etwas entspannt. Lediglich Kapitän Niklas Ingenpass kann erst am Freitag wieder ins Mannschaftstraining einsteigen.

Der Gegner

Die 1966 gegründete Handballabteilung des TV Gelnhausen kann auf eine erfolgreiche Vereinsgeschichte zurückblicken. 1988 und 2022 wurde der Verein Südwestdeutscher Meister und schaffte jeweils den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Von 1988 bis 1993 sowie von 2002 bis 2007 war die Mannschaft in der 2. Bundesliga Süd vertreten. Zur Saison 2010/11 gehörte der TVG zu den Gründungsmitgliedern der 3. Liga und startete dort in der Staffel Ost. 2015 wurde Gelnhausen hessischer Meister und kehrte erneut in die 3. Liga zurück.Auch in der vergangenen Saison unterstrich die Mannschaft ihre Ambitionen. Als Tabellenzweiter qualifizierte sie sich für die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga. Im entscheidenden Heimspiel gegen den EHV Aue musste sich der TVG allerdings mit 27:30 (15:19) geschlagen geben. Nur ein Sieg hätte den Gelnhäusern den Sprung in die zweithöchste deutsche Spielklasse ermöglicht. Das soll nun in dieser Saison gelingen.