Vor 503 Zuschauern, darunter eine kleine Fan-Gruppe der Eagles, fand die Mannschaft von Trainer Mark Schmetz nicht zu ihrer gewohnten Stärke zurück und musste sich knapp mit 28:29 (15:18) geschlagen geben. Erneut leistete sich das Team zu viele Fehlwürfe und bekam den Angriff der Hausherren erst in der zweiten Halbzeit besser unter Kontrolle. Der notwendige Kampfgeist, um wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren, war vor allem in den zweiten 30 Minuten zu spüren. In der spannenden Schlussphase fehlte dann allerdings auch das nötige Glück. Nach nur einem Punkt aus den vergangenen drei Begegnungen ist die HSG auf den dritten Tabellenplatz abgerutscht und kann momentan aus eigener Kraft einen der beiden Plätze für die Aufstiegsrunde nicht mehr erreichen. Entsprechend unzufrieden sind die Verantwortlichen des Clubs und erwarten im nächsten Heimspiel am Samstag gegen die TSV Münster eine entsprechende Reaktion.
Auch wenn die Eagles pünktlich an der Bergstraße eintrafen, gab es kurz zuvor noch ein Problem. Der Busfahrer hatte sich auf dem Weg zur Heinrich-Beck-Halle in einem Wohngebiet mit engen Straßen festgefahren. Erst nachdem die Markise einer Bäckerei eingerollt worden war, konnte er seine Fahrt fortsetzen. In der Halle herrschte Halloween-Stimmung: Verkleidete Fans hatten freien Eintritt und bekamen Süßes und Saures.
Bei den Eagles gab es in der Kabine dagegen wie gewohnt nur Gesundes. Nach der Niederlage gegen Saarlouis war bei den Spielern eine gewisse Anspannung zu spüren. Trainer Mark Schmetz schickte zum Anwurf Wojciech Borucki, Niklas Ingenpass, Lucas Schneider, Julius Rose, Maciej Papina, Niklas Michalski und Justin Wollny auf die Platte. Bei Ballbesitz der Gastgeber kam Lars Jagieniak für Justin Wollny ins Spiel.
Die Anspannung machte sich auch in der Anfangsphase bemerkbar, als die ersten beiden Angriffe ohne Torerfolg blieben. Die Gastgeber zeigten dagegen sofort, dass sie nichts zu verlieren haben und dem Favoriten ein Bein stellen wollten. Entsprechend befreit spielten sie auf. Im Angriff sorgten zwei mehr als zwei Meter große Shooter für die nötigen Tore. Zum Glück gelangen Torwart Wojciech Borucki drei Paraden. Zudem bewies Maciej Papina seine Stärke vom Siebenmeterpunkt.
Auch nach dem Treffer zur 6:5-Führung durch Lucas Schneider kehrte bei den Eagles keine Sicherheit ein. Im Gegenteil: Leutershausen setzte sich bis zur 28. Minute auf vier Tore ab. Mit 18:15 für die Gastgeber ging es in die Pause.
Leutershausen nutzte den Anwurf zur zweiten Halbzeit zum Treffer Nummer 19. Die Eagles kamen zwar bis auf zwei Tore heran, konnten aber zunächst keine entscheidende Wende im Spiel herbeiführen. Trainer Mark Schmetz erhielt wegen Reklamierens eine Zweiminutenstrafe. In der 39. Minute sah Maciej Papina nach einem Foul die Rote Karte.
Das Geschehen wurde zunehmend hektischer. Drei Minuten später musste auch Finn Wolfram mit Rot vom Feld. Weitere zwei Minuten kassierte auch der Leutershausener Niklas Krämer nach einem Foul an Lars Jagieniak die Rote Karte. Mit dem fälligen Siebenmeter verkürzte Justin Wollny auf 22:24 (46.).
Jetzt keimte bei den mitgereisten Eagles-Fans wieder Hoffnung auf. Besonders, als Lukas Siegler den Ausgleich zum 25:25 erzielte und Kapitän Niklas Ingenpass wenig später die 27:26-Führung für die Krefelder markierte.
Die letzten zehn Minuten waren an Spannung kaum zu überbieten. Drei Minuten vor dem Ende nahm Mark Schmetz beim Stand von 28:28 und Krefelder Ballbesitz eine Auszeit. Doch zweimal vergaben die Eagles die erneute Führung und mussten schließlich mit dem letzten Wurf der Hausherren die knappe 28:29-Niederlage hinnehmen.
„Wir wussten, dass Saase ein schwerer Gegner ist und oben mitspielen will. Wir hatten nach der Niederlage gegen Saarlouis kein gutes Gefühl und wollten es heute besonders vom Kampf her besser machen. Das ist uns in der zweiten Halbzeit gelungen. Dafür muss ich der Mannschaft ein Lob aussprechen. Leider hat es am Ende nicht gereicht“, sagte Mark Schmetz nach dem Spiel.
Rechtsaußen Niklas Michalski erklärte: „Am Anfang waren wir in der Abwehr zu passiv, dann haben wir uns gut zurück gekämpft. Aktuell ist unsere Wurfquote das Problem.“
HSG Krefeld Niederrhein: Rüspeler, Borucki – Ingenpass (2), Persson (5), Wolfram, Rose (2), Schneider (2), Siegler (1), Michalski (2), Braun, Kösters (1), Jagieniak (6), Papina (4/3), Wollny (3/2), Mevissen.
Schiedsrichter: Fabian Schwarz/Arthur Krispenz.