Am 27. Spieltag der 2. Handball-Bundesliga verließen die Eagles damit die Abstiegsplätze. Nach der bislang besten ersten Halbzeit der Saison schienen die Gastgeber in der Glockenspitzhalle vor 1.333 Zuschauern lange auf dem Weg zu zwei Punkten. Doch der Favorit aus Brandenburg zeigte nach der Pause seine Klasse und stand in der Schlussminute kurz vor dem Sieg. Eine Sekunde vor der Sirene sorgte jedoch Niklas Michalski für den vielumjubelten Ausgleich.
Der Spieltag stand unter dem Motto „Dyn Move Your Sport“. Im Rahmen dieser Initiative rückt der Nachwuchs in den Fokus. Getreu dem Claim „Heute Talent. Morgen Profi.“ machen Dyn und die Clubs die Nachwuchsarbeit sichtbarer.
In Krefeld standen am Sonntag nicht nur die etablierten Profis, sondern auch die „Local Heroes“ von morgen im Mittelpunkt. Besonders galt dies für Jonas Gunkel, der mit der Eagles-B-Jugend die Regionalliga-Meisterschaft gewann und gemeinsam mit seinem Team vor dem Spiel geehrt wurde.
Ein freundliches Wiedersehen gab es zudem zwischen Potsdams Tim Hildenbrand, der eine Saison für die HSG spielte, und Marvin Kix von den Eagles, der noch im Februar das Trikot der Gäste getragen hatte.
HSG-Trainer Mark Schmetz konnte auf den kompletten Kader zurückgreifen und vertraute seiner bewährten Startformation. Diese präsentierte sich von Beginn an in Bestform: Die Eagles dominierten den Tabellenfünften und führten nach 15 Minuten mit 12:6. Maßgeblichen Anteil daran hatte der überragende Marvin Kix mit fünf Treffern. Auch eine offensivere Deckung der Gäste brachte die HSG-Offensive zunächst nicht aus dem Konzept. Wie bereits im Heimspiel gegen Hüttenberg lag Krefeld kurz vor der Pause mit acht Toren in Führung – entsprechend groß war die Begeisterung auf den Rängen.
Mit Wiederanpfiff zeigte sich Potsdam deutlich verbessert. Trotz eines gehaltenen Siebenmeters von Finn Rüspeler, der für Pau Guitart ins Tor gekommen war, erwischten die Gäste mit einem 4:0-Lauf den besseren Start in die zweite Hälfte. In der Folge unterstrichen sie ihre Qualität und verkürzten Tor um Tor den Rückstand. Die Defensive der Eagles hatte nun vor allem in Eins-gegen-eins-Situationen Probleme, während sich im Angriff zunehmend Lücken gegen die kompaktere Abwehr der Gäste schlossen. In der hektischen Schlussphase verloren die Schiedsrichter zudem einige Male die Übersicht.
Drei Minuten vor dem Ende gelang Potsdam der Ausgleich zum 33:33. 37 Sekunden vor Schluss nahm HSG-Trainer Mark Schmetz eine Auszeit, um den letzten Angriff vorzubereiten – doch ein Treffer blieb aus. Stattdessen gingen die Gäste erstmals in Führung. Die Antwort der Eagles folgte jedoch in letzter Sekunde: Mit der Schlusssirene erzielte Niklas Michalski den Treffer zum hochverdienten 37:37-Endstand.
HSG: Guitart, Rüspeler – Kolodziej (6/4), Kix (9), Krass (3), Klasmann, Schneider (2), Siegler (2), Schulz, Marquardt (4), Michalski (5), Jagieniak, Persson (1), Ingenpaß (4), Rose, Mircic(1).
Schiedsrichter: Dustin und Denis Seidler.
Trainer Mark Schmetz sagte nach dem Spiel: “Am Ende sind wir enttäuscht. Denn die 1. Halbzeit war von uns wie aus einem Guss. Wir waren bereit. Die Jungs wussten, was zu tun ist. Wir sind in der Crunchtime der Saison. Wir wussten aber, dass es gegen eine Mannschaft wie Potsdam, die aus der 1. Liga kommt, in der 2. Halbzeit nicht so weiter gehen wird. Da haben wir viele Eins-gegen-Eins-Situationen verloren und in der Abwehr nicht mehr den Zugriff bekommen. So kommt der Gegner wieder ins Spiel. Am Ende war es ein Hin und Her. Da hat die Mannschaft großartig gekämpft, alles reingeworfen und den Punkt verdient geholt. Wir hatten heute ein Zwischenziel und wollten den Abstiegsplatz verlassen, das haben wir erreicht.”