Pau Guitart absolvierte in der Hinrunde der laufenden Saison 16 von 18 Ligaspielen für seinen bisherigen Verein und belegt mit 128 Paraden Rang vier der Torhüter-Statistik. In der Vorsaison wurde er mit insgesamt 280 Paraden in das All-Star-Team berufen. Tubos Aranda stieg nach 2012 und 2020 zum dritten Mal in die erste spanische Liga auf – mit maßgeblichem Anteil von Pau Guitart. Auch ein Jahr später hatte er großen Anteil am Klassenerhalt, der am 27. Spieltag perfekt gemacht wurde. Die Fans feierten ihren Torwart und gaben ihm den Spitznamen „El Muro“ (die Mauer). Obwohl er mit 1,80 Metern nicht das klassische Gardemaß eines Handballtorhüters mitbringt, gleicht Pau Guitart dies durch enorme Sprungkraft und Reaktionsschnelligkeit aus.
„Mit Pau Guitart verstärken wir unseren Kader qualitativ und in der Tiefe. Es gibt keinen Grund, unsere jungen und talentierten Torhüter in Frage zu stellen – im Gegenteil: Beide können von seiner Erfahrung profitieren“, sagt Stefan Meler, Sportlicher Leiter der HSG. Gleichzeitig bedankt er sich bei den Sponsoren der Eagles, die den Transfer ermöglicht haben. Für Stefan Meler kommt der Wechsel nicht überraschend: „Spieler aus Spanien, die offen sind und sich beweisen wollen, wechseln sehr gerne nach Deutschland. Das war auch für Pau einer der Hauptgründe.“
Pau Guitart traf am vergangenen Donnerstag in Krefeld ein und unterschrieb am Freitag nach den medizinischen Untersuchungen einen Vertrag bis zum Saisonende. „Ich freue mich darauf, den deutschen Handball und die 2. Liga kennenzulernen“, sagte der Torwart, der am Freitag gemeinsam mit seiner Freundin das Testspiel gegen den Bergischen HC verfolgte. „Das war ein Spiel mit sehr viel Tempo und vielen schönen Toren.“
Der Abschied von Pau Guitart wird bei seinem bisherigen Club sehr bedauert – insbesondere von den Fans, für die er als Schlüsselspieler und unumstrittener Held galt. Zu seinen besonderen Stärken zählen seine mentale Widerstandsfähigkeit, seine Belastbarkeit in schwierigen Situationen sowie sein kontinuierlicher Wille zur Weiterentwicklung. Beim Aufstiegsfinale vor zwei Jahren spielte Guitart trotz Krämpfen in beiden Beinen weiter. Hinter dem Tor unterstützte ihn damals sein Vater Jordi, selbst ehemaliger Torhüter. Die Fans der Eagles dürfen sich auf ihren neuen Schlussmann freuen, der am Montagabend erstmals mit der Mannschaft trainierte und wahrscheinlich beim Rückrundenstart am 7. Februar in der Glockenspitzhalle gegen den TuS Ferndorf sein Debüt gibt.