Die HSG erwartet beim Tabellenvierten eine schwere Aufgabe. Bei den Eagles stand zu Beginn dieser Woche die Analyse der enttäuschenden Leistung bei der Heimniederlage gegen die HG Saarlouis auf der Tagesordnung. In der Abwehr fehlte die notwendige Griffigkeit, im Angriff fand das Team gegen die starke Defensive der Gäste keine entscheidenden Lösungen. Möglicherweise spielte auch die mentale Komponente eine Rolle. Nach einem nahezu lupenreinen Saisonstart waren sich die Spieler vielleicht zu sicher, auch gegen einen Mitkonkurrenten im Kampf um die beiden Aufstiegsplätze gewinnen zu können.
„Meine Spieler können schon einschätzen, dass sie nicht gut genug waren, um ein Team wie Saarlouis zu schlagen. Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht. Unsere Wurfquote war nicht gut. Bei der Videoanalyse habe ich 23 Fehlwürfe gezählt. Wenn sich dann die Chance bot, wie in der ersten Halbzeit beim Stand von 7:8 den Anschluss herzustellen oder in der zweiten Halbzeit weiter zu verkürzen, haben wir zu viele freie Würfe liegen gelassen. Da hat bei uns einfach nichts gepasst, während bei Saarlouis alles gepasst hat“, sagt Trainer Mark Schmetz.Trotz der Niederlage sieht der Trainer auch eine positive Erkenntnis: „Klar ist, dass die Spieler jetzt wissen, dass es Mannschaften gibt, die uns schlagen können, wenn sie gut spielen und wir nicht unser Maximum abrufen.“
Auch Kapitän Niklas Ingenpass blickt im Namen der Mannschaft selbstkritisch auf die Niederlage zurück: „Durch die Bank weg hat jeder Spieler die schlechteste Saisonleistung geboten, mich eingeschlossen. Saarlouis hat das zwar gut und konsequent gemacht, musste aber auch keinen Superhandball spielen. Wir waren so schlecht, da hätte auch mittelmäßiger Handball gereicht. Wir wollen und werden am Samstag im nächsten Spiel die entsprechende Reaktion zeigen.“Nach der Analyse lautet das Motto bei den Eagles: Mund abwischen und weitermachen. „Die Fehler haben wir angesprochen. Jetzt heißt es, abhaken, daraus lernen, weitermachen und schauen, wie wir reagieren“, sagt Mark Schmetz.
Am Samstag geht es für die Krefelder im Auswärtsspiel bei Saase3 Leutershausen weiter. „Ich bin mir sicher, dass meine Spieler ein gutes Spiel machen und so die Niederlage vergessen machen wollen“, sagt Schmetz. Beim Tabellenvierten erwartet der Trainer allerdings eine schwere Aufgabe: „Der Gegner hat einen richtig guten Lauf. Das ist eine sehr erfahrene Mannschaft. Da kommt eine richtig gute Qualität auf uns zu. In der Abwehr packen die schon gut zu.“Schmetz kennt die Atmosphäre in Leutershausen aus eigener Erfahrung. Er hat dort selbst in der 2. Bundesliga gespielt: „Da herrscht immer eine super Stimmung.“ So war es auch in der Saison 2024/25 – allerdings nur zu Beginn der Partie, die die Eagles deutlich mit 30:18 gewannen. Auch das Hinspiel entschied Krefeld souverän mit 37:24 für sich.Die personelle Situation bei der HSG ist unverändert. Matija Mircic und Marvin Kix fallen weiterhin aus. Letzterer ist auf einem guten Weg und könnte in zwei Wochen wieder einsatzbereit sein.
DER GEGNER
Leutershausen an der Bergstraße im nördlichen Rhein-Neckar-Gebiet ist eine traditionsreiche Handballhochburg und gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Handball-Bundesliga – sowohl im Feldhandball als auch im Hallenhandball. Später folgten viele Jahre in der 2. Bundesliga. Der größte Erfolg im Hallenhandball war der Gewinn der Deutschen Meisterschaft 1968. Ein Jahr später wurde die SG Vizemeister.Seit 2017 spielt Saase3 Leutershausen in der 3. Liga. Bis zur Saison 2023/24 trat das Team in der Südstaffel an. 2024/25 folgte der Wechsel in den Südwesten, 2025/26 ging es noch einmal zurück in den Süden. Nun führt die Einteilung der Liga-Kommission die Mannschaft erneut in den Südwesten.Mit Leutershausen verbindet Krefeld ein ganz besonderes Kapitel der Handballgeschichte: Am 8. September 1968 traf der TV Oppum aus unserer Stadt im Finale um die Deutsche Feldhandball-Meisterschaft im Düsseldorfer Rheinstadion vor 25.000 Zuschauern auf Leutershausen. Nach einem 4:8-Halbzeitrückstand und dem zwischenzeitlichen 4:9-Rückstand drehte Oppum die Partie noch sensationell und gewann mit 18:16. Damit war der zweite deutsche Meistertitel perfekt.