Egales beim Aufsteiger zu Gast

Zum Duell „David gegen Goliath“ geht es für die Eagles am Samstag zum HV Vallendar in die Rhein-Pfalz. In der Konrad-Adenauer-Sporthalle treten die Krefelder um 18 Uhr als klarer Favorit gegen den Aufsteiger an.

Donnerstag, 10. Sep. 2026
Lars Jagieniak (re.) hat am Sonntag Matija Mircic sehr gut vertreten. Auch Lukas Siegler (Nr. 20) kann diese Aufgabe übernehmen. Foto: samla

Während die Eagles an den ersten beiden Spieltagen deutliche Siege feierten und die Tabelle der Süd-West-Staffel anführen, musste sich Vallendar zum Saisonauftakt bei der SG Leutershausen klar geschlagen geben. Beim Heimdebüt gelang dem HVV allerdings ein knapper 34:33-Erfolg gegen Mitaufsteiger TSV Bayer Dormagen II. Die Vorzeichen sprechen damit klar für den Topfavoriten vom Niederrhein.

Die Eagles wollen ihrer Favoritenrolle gerecht werden und mit zwei weiteren Punkten im Gepäck die Heimreise aus der Nähe von Koblenz antreten. Doch Trainer Mark Schmetz weiß, dass die Aufgabe keineswegs zum Selbstläufer wird. Aufsteiger leben gerade zu Saisonbeginn von der Euphorie des Erfolgs und sind gegen einen vermeintlich übermächtigen Gegner besonders motiviert. Entsprechend viel Biss werden die Vallendarer „Löwen“ an den Tag legen. „Das ist in der kleinen und lauten Halle mit vielen Fans eine unangenehme Aufgabe“, warnt der Trainer. Der Eagles-Coach hat den neuen Gegner genau unter die Lupe genommen und sich die beiden ersten Saisonspiele des HVV angesehen. Sein Fazit: „Das Team spielt schon lange zusammen und verfügt über viel Erfahrung. Man hat gesehen, dass sie sehr lange mit sieben gegen sechs spielen. Da kommt nicht so richtig ein Spielfluss zustande. Darauf müssen wir uns besonders einstellen. In der Defensive agiere Vallendar mit einer sehr defensiven 6:0-Abwehr und versuche, entstehende Lücken schnell wieder zu schließen. Körperlich sind sie sehr stark.“

Für die Eagles wird es deshalb darauf ankommen, von Beginn an konzentriert zu Werke zu gehen. Wenn die Mannschaft wie in den ersten beiden Saisonspielen geduldig spielt, unnötige Fehler vermeidet und ihr Tempospiel aufziehen kann, stehen die Chancen gut, dass die Eagles auch nach dem dritten Spieltag an der Tabellenspitze stehen.Bis auf den an der Schulter operierten Matija Mircic stehen Schmetz alle Akteure des Kaders zur Verfügung. Den Ausfall des Innenblockers kompensierten die Eagles beim 38:26-Auswärtssieg am vergangenen Sonntag beim HLZ Friesenheim-Hochdorf II bereits sehr gut. Lars Jagieniak erwies sich als starker Vertreter und steuerte zudem fünf Treffer zum Erfolg bei. „Wir haben auch noch andere Möglichkeiten, Matija zu ersetzen, wenn Lars oder Niklas einmal eine Pause brauchen“, erklärt Schmetz.Die Eagles-Fans freuen sich derweil auf das zweite Auswärtsspiel der Saison – und auf die Premiere in der Konrad-Adenauer-Sporthalle. Dort wartet mit dem HV Vallendar ein ambitionierter Aufsteiger, der den Tabellenführer aus Krefeld nur allzu gerne ärgern möchte.​

Der Gegner

Der HV Vallendar ging aus der Handballabteilung des TV Vallendar hervor, deren Geschichte bis in die Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg zurückreicht. Nach einem gescheiterten Zusammenschluss mit dem SV Urmitz zur Spielgemeinschaft UVS Rheintal wurde am 9. Februar 2010 der eigenständige HV Vallendar gegründet.Vallendar gehört traditionell zu den stärkeren Handballvereinen im Rheinland. Besonders erfolgreich waren die 1990er-Jahre, als der Verein nur knapp den Sprung in die 2. Bundesliga verpasste. Einen weiteren Höhepunkt der jüngeren Vereinsgeschichte gab es 2010 mit der Meisterschaft in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar und dem damit verbundenen Aufstieg in die 3. Liga.​Nach mehreren Jahren in der Oberliga beziehungsweise Regionalliga gelang dem HV Vallendar nun der erneute Sprung in die 3. Liga. In der Saison 2024/25 wurde der HVV Vizemeister der Regionalliga Südwest. Der Aufstieg in die 3. Liga für die Saison 2026/27 stand bereits vor der endgültigen Staffeleinteilung fest.Der HVV setzt auf eine eingespielte Mannschaft mit zahlreichen Spielern aus der Region. Zu den Leistungsträgern gehören unter anderem Torben und Jan Waldgenbach sowie Joshua Reuland. Gemeinsam mit weiteren erfahrenen Kräften bilden sie eine spielstarke Achse. Torben Waldgenbach gilt als einer der wichtigsten Akteure im Angriff, während auch Reuland eine zentrale Rolle im Vallendarer Spiel übernimmt.