Vor 1275 Zuschauern erwischten die Gastgeber einen rabenschwarzen Tag und fanden keine Mittel, um dem beherzt auftretenden Gegner Paroli zu bieten. In der Abwehr fehlte die notwendige Aggressivität, im Angriff ließen die Eagles zu viele Chancen ungenutzt. Saarlouis dagegen meldete sich mit dem verdienten Erfolg im Kampf um die Spitzenplätze zurück.
„Von uns hat heute kein Spieler seine Normalform erreicht. Für diese Leistung in einem Heimspiel muss ich mich bei unseren Fans entschuldigen. Saarlouis hat so gespielt, wie es in einem Topspiel notwendig ist, und verdient gewonnen“, sagte Trainer Mark Schmetz nach der Partie.
Schon vor der Halle war die besondere Atmosphäre eines Spitzenspiels zu spüren. Gut 50 Gästefans hatten sich aus dem Saarland auf den Weg an den Niederrhein gemacht und unterstützten ihre Mannschaft lautstark. Bei beiden Teams war die Anspannung bereits vor dem Aufwärmen deutlich zu erkennen. Mit Markus Baur war auch der Sportliche Leiter der HG Saarlouis angereist, der 2007 mit der deutschen Nationalmannschaft Weltmeister geworden war. Der unter der Woche verpflichtete Pole Pavel Krawczyk, ein 23-jähriger Rückraum-Mitte-Spieler mit internationaler Erfahrung, war ebenfalls dabei, allerdings zunächst nur als Zuschauer.
Nachdem die Grippewelle die Kabine verlassen hatte, konnte Trainer Mark Schmetz bis auf die beiden Langzeitverletzten Marvin Kix und Matija Mircic auf alle Spieler zurückgreifen. Er schickte Torwart Finn Rüspeler sowie Lucas Schneider, Niklas Michalski, Niklas Ingenpass, Julius Rose, Maciej Papina und Justin Wollny auf die Platte. Bei Ballbesitz der Gäste kam Lars Jagieniak für Julius Rose ins Spiel.
Julius Rose eröffnete das Topspiel mit dem ersten Treffer des Abends. Danach übernahm jedoch Saarlouis das Kommando und zog auf 5:1 davon. Vier Fehlwürfe in Folge brachten die Eagles früh ins Hintertreffen. Die Krefelder ließen sich davon allerdings nicht entmutigen und kämpften sich mit einem 5:2-Lauf auf 6:7 heran.
Die Gäste agierten in der Abwehr äußerst aggressiv und gingen dabei bisweilen über die Grenze des Erlaubten hinaus. Kapitän Niklas Ingenpass musste nach einem Foul mit blutender Nase das Feld verlassen. Eine Rote Karte blieb in dieser Situation jedoch aus. Schmetz brachte Wojciech Borucki ins Tor, der sich gleich mit einer Parade gut einführte. Gegen die bewegliche und konsequente Abwehr der Saarländer taten sich die Eagles weiterhin schwer. In der 25. Minute kam es zu einem weiteren heftigen Foul, diesmal gegen Lars Jagieniak. Nun griffen die Schiedsrichter durch und zeigten Yves Kunkel die Rote Karte. Am Spielverlauf änderte sich jedoch wenig: Saarlouis bestimmte weiterhin das Geschehen und baute den Vorsprung bis zur Pause auf 19:13 aus.
Auch nach dem Seitenwechsel fanden die Eagles zunächst nicht in die Partie. Die Saarländer nutzten ihren Anwurf zum 20:13. Mark Schmetz stellte anschließend auf die Sieben-gegen-Sechs-Taktik um, doch zunächst fehlte weiterhin die nötige Durchschlagskraft. Saarlouis verteidigte aggressiv und beweglich und blieb zugleich im Angriff treffsicher. In der 43. Minute erhöhte die HG per Siebenmeter auf 27:19 und lag damit erstmals mit acht Toren vorn.
Die Eagles bemühten sich in der Folge, noch einmal entscheidend ins Spiel zurückzufinden. Doch die Aufholjagd kam zu spät. Die Gäste agierten abgeklärt, ließen sich den für sie so wichtigen Auswärtssieg nicht mehr nehmen und setzten sich am Ende verdient mit 34:29 durch.
Für die Eagles gilt es nun, die herbe Enttäuschung schnell abzuhaken und den Blick nach vorn zu richten. In dieser Woche muss sich die Mannschaft auf die nächste schwierige Aufgabe vorbereiten: das Auswärtsspiel gegen die SG Leutershausen.
HSG Krefeld Niederrhein: Rüspeler, Borucki – Ingenpass (2), Persson (6), Wolfram (2), Rose (4), Schneider (1), Siegler, Michalski (6), Braun, Kösters, Jagieniak, Papina (7/5), Wollny (1), Mevissen.
Schiedsrichter: Sven Ernst/Johannes Sippel