Nach sechs Heimspielen ohne Niederlage mussten sich die Eagles am Sonntag im verflixten siebten Spiel dem Tabellenzweiten HBW Balingen-Weilstetten mit 34:42 (18:21) geschlagen geben. Vor 1.227 Zuschauern wurde der Favorit aus dem Süden Baden-Württembergs in der Glockenspitzhalle seiner Rolle eindrucksvoll gerecht. Die HSG leistete sich insbesondere zu Beginn beider Halbzeiten zu viele technische Fehler und Fehlwürfe, um den Gegner ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Mit dem Auswärtssieg machte Balingen den Aufstieg in die Bundesliga perfekt. Auch ohne große Unterstützung mitgereister Fans feierten die Gäste ausgelassen und streiften sich unmittelbar nach dem Schlusspfiff die Aufstiegs-T-Shirts über.
Die Eagles rutschten durch die Niederlage wieder auf einen Abstiegsplatz ab, nachdem Essen sein Heimspiel gegen Coburg gewinnen konnte. Dennoch bleibt der Abstiegskampf in der 2. Handball-Bundesliga drei Spieltage vor Saisonende weiterhin spannend.
Die Ausgangslage vor dem zweiten Duell der Vereinsgeschichte war klar: Balingen konnte mit einem Sieg den Bundesliga-Aufstieg besiegeln, während die Eagles im Kampf um den Klassenerhalt dringend Punkte benötigten. Entsprechend deutlich war die Anspannung im Lager der Gastgeber zu spüren.Beim Anwurf staunten die HSG-Fans nicht schlecht, als aufseiten der Gäste lediglich zwei Fans auf der Tribüne zu entdecken waren – trotz der Möglichkeit, am Ende des Spiels mit dem Team den Aufstieg feiern zu können.
HSG-Coach Mark Schmetz schickte dieselbe Anfangsformation aufs Feld wie zuletzt in Dresden. Die Eagles erwischten allerdings einen Fehlstart und lagen nach sechs Minuten bereits mit 1:5 zurück. Nach 13 Minuten reagierte Schmetz mit seiner ersten Auszeit, brachte Finn Rüspeler für Pau Guitart ins Tor und stellte auf die Sieben-gegen-Sechs-Taktik um. Der gewünschte Effekt setzte jedoch erst nach einer überstandenen doppelten Unterzahl ein. Mit einem 3:0-Lauf kämpften sich die Eagles anschließend auf 12:15 heran. Die Gäste stellten die HSG-Abwehr jedoch weiterhin mit schnellen Kombinationen und konsequent ausgespielten Eins-gegen-eins-Situationen vor große Probleme. So blieb es zur Halbzeit beim Dreitore-Rückstand (18:21).
Auch der Start in die zweite Halbzeit verlief aus Sicht der Eagles alles andere als optimal. Bereits mit dem ersten Angriff verpassten sie den Anschluss zum 19:22 und gerieten – trotz eines gehaltenen Siebenmeters von Finn Rüspeler – zwischenzeitlich mit sieben Treffern in Rückstand. Sechs Fehler in Folge sorgten für einen folgenschweren Fehlstart, von dem sich die Mannschaft nur schwer erholte. In der Schlussphase ging es vor allem darum, die Niederlage in Grenzen zu halten, da am Ende der Saison möglicherweise das Torverhältnis entscheidend sein könnte. Das gelang offensiv nur bedingt. Vor allem Torhüter Finn Rüspeler verhinderte mit mehreren Paraden eine noch deutlichere Niederlage. Nun gilt es für die Eagles, die Partie schnell abzuhaken und alle Kräfte für das wichtige Auswärtsspiel am 24. Mai in Coburg zu bündeln.
Trainer Mark Schmetz sagte nach dem Spiel: “Glückwunsch nach Balingen zum Aufstieg, Das war für uns heute die erwartet hohe Hürde. Heute hätte alles passen müssen. Wir hätten so einen guten Start gebraucht wie in Dresden. Dazu hatten wir auch nicht die notwendigen Torwartparaden. Nach der Umstellung im Angriff haben wir aber ganz gut gespielt. Aber wir haben insgesamt 20 Fehlwürfe, davon zehn freie. Die Mannschaft hat alles reingeworfen. Aber nach dem Rückstand in der 2. Halbzeit, einigen unglücklichen Schiedsrichter-Entscheidungen und einigen technischen Fehlern, ist es schwer, gegen so einen Gegner was zu holen.”
HSG: Guitart, Rüspeler – Kix (3), Krass, Kolodziej (6/5), Klasmann, Schneider (6), Siegler (3), Schulz (2), Marquardt (1), Braun, Michalski (1), Jagieniak (5), Persson (1), Ingenpaß (6), Rose. Schiedsrichter: Thomas Hörath und Timo Hofmann (Zirndorf / Kürnach).
Tickets für das Heimspiel gegen gegen TuS N-Lübbecke am Samstag, 30.Mai, um 18 Uhr sind online unter: https://tickets.hsg-krefeld-niederrhein.de und an der Abendkasse erhältlich.