Hanau mit kleiner Siegesserie im Gepäck nach Krefeld
Trotz des sicherlich nicht vollends zufriedenstellenden achten Tabellenplatzes präsentierten sich die Gäste insbesondere in den jüngsten Ligaspielen von ihrer besten Seite. Drei Siege aus den vergangenen drei Spielen stehen auf der Habenseite, sodass die Grimmestädter mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen an den Niederrhein reisen durften. Mit Rivic, Schiefer und Bergold durfte Gäste-Trainer Hannes Geist zudem auf sämtliche Toptorschützen zurückgreifen.
Mark Schmetz, Übungsleiter der Krefelder, konnte ebenfalls auf einen recht vollständigen Kader bauen. Lediglich die Langzeitverletzten Claasen und Jagieniak fielen aus.
Zu Spielbeginn entschied er sich für Sven Bartmann im Tor sowie Cedric Marquardt, Christopher Klasmann, Jörn Persson, Lucas Schneider, Tim Hildenbrand und Niklas Ingenpaß im Feld.
Eagles sorgen für klare Verhältnisse im ersten Durchgang
Die Niederrheiner eröffneten in der mit rund 1.000 Zuschauern gefüllten Glockenspitzhalle den Torreigen. Lucas Schneider war es vorbehalten, zum 1:0 einzuwerfen, ehe die Gäste ins Spiel fanden und ihrerseits mit einer Drei-Tore-Serie die Partie zu ihren Gunsten drehen konnten. Wiederum eine solche Serie, diesmal für die Gastgeber, brachte die Gelb-Schwarzen in Front. Bemerkenswert: alle drei Treffer markierte Rechtsaußen Tim Hildenbrand, unter anderem per schönem Dreher.
In Überzahl erhöhte anschließend Spielmacher Jörn Persson, der begünstigt durch eine hellwache Verteidigung, auf 6:3 erhöhen konnte (9. Spielminute). Abwehrchef Mircic ragte hierbei heraus, indem er gleich zwei Würfe bärenstark blocken konnte. Da auch seine Teamkollegen durch gute Beinarbeit und schnelle Hände auffielen und vorne Tim Hildenbrand heiß lief, stand es nach zwölf gespielten Minuten 8:4 für die Krefelder. Der pfeilschnelle Linkshänder hatte zu diesem Zeitpunkt bereits fünffach eingeworfen.
Hanau agierte vor allem über den Kreis über Toptorschütze Rivic, der häufig nur mit einem Foul zu stoppen war. Nutznießer war Siebenmeterschütze Bergold, der auf 9:7 nach 16 Minuten verkürzen konnte. In der Folge gelang es den Eagles per Tempogegenstoß durch Marquardt sowie nach schönem Kreisanspiel auf Ingenpaß eine Vier-Tore-Führung herauszuwerfen, ehe der Halbrechte Schneider per Schlagwurf auf 13:8 erhöhte (18. Spielminute).
In der bisweilen hektischen Partie setzte sich die HSG aus Krefeld sukzessive weiter ab, führte zwischenzeitlich mit 15:9 (23. Spielminute), hätte jedoch bei konsequenterer Chancenverwertung bereits eine Vorentscheidung herbeiführen können.
Rund fünf Minuten vor dem Pausenpfiff kassierte Marquardt eine Zwei-Minuten-Strafe, zudem wurde den Gästen ein Siebenmeter zugesprochen. Für diesen kam Martin Juzbasic ins Spiel und parierte mit einem tollen Reflex. Gleichzeitig blieb Hanau ab der 19. Minute für lange neun Minuten ohne eigenen Treffer. Dies nutzten die Gastgeber konsequent aus und zogen auf 17:10 davon.
Rund eine Minute vor der Pause nahm Mark Schmetz seine Auszeit beim Stand von 19:12. Den Seidenstädtern bot sich die Möglichkeit, noch vor der Pause das 20. Tor nachzulegen. Das gelang, weil Rückraumspieler Julius Rose Rechtsaußen Schulz wunderbar freispielte, der wiederum ins kurze Eck einnetzte. So ging es mit einem 20:12 in die 15-minütige Unterbrechung.
Hanau kommt wesentlich besser ins Spiel
Die ersten Minuten des zweiten Durchgangs blieb die Führung in dieser Höhe bestehen, ehe die Gastgeber zwischenzeitlich den Faden verloren.
Hanau verkürzte nach und nach, sodass sich HSG-Trainer Schmetz nach zehn Minuten zu einer frühen Auszeit beim Stand von nur noch 25:21 gezwungen sah. Juzbasic ersetzte anschließend Bartmann zwischen den Pfosten.
Entscheidend änderte sich am Spielverlauf zunächst jedoch nichts und wenig später schrumpfte die Führung nach dem Schlagwurf von Gäste-Akteur Schiefer auf nur noch drei Tore, als dieser zum 27:24 einwarf. Da jedoch Kapitän Klasmann den folgenden Siebenmeter sicher im Tor der Hanauer unterbrachte und Mike Schulz ebenfalls erfolgreich war, stand zur Auszeit der Gäste rund 15 Minuten vor Spielende ein 29:24 auf der Anzeigetafel. Daran hatte sicherlich auch Martin Juzbasic mit zwei starken Paraden seinen Anteil.
Das Spiel wogte hin und her, die Entscheidung wurde insbesondere durch fehlende Effizienz im Angriff immer wieder vertagt, während Juzbasic das eigene Gehäuse zeitweise zunagelte. Zehn Minuten vor Spielende führten die Hausherren beim Stand von 31:25 mit sechs Treffern.
Den sprichwörtlichen Deckel auf die Partie machte schlussendlich Mike Schulz mit einem seiner gefühlvollen Heber zum 33:26 knapp fünf Minuten vor Schluss. Noch deutlicher wurde es, als Klasmann mit seinem vierten verwandelten Siebenmeter des Abends und Robert Krass ins verwaiste Tore einwarfen. Die letzten Minuten wurden somit ein Schaulaufen, das die Gastgeber nutzten, um das Ergebnis noch deutlicher zu gestalten. 38:27 sollte schlussendlich auf der Anzeigetafel der Glockenspitzhalle stehen.
Durch den Sieg sichern sich die Eagles die Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur 2. Handball-Bundesliga im Anschluss an die Hauptrunde. Gleichzeitig festigen sie ihren Spitzenplatz in der Süd-West-Staffel mit nach wie vor nur einem Minuspunkt. Zusätzlich bauen die Eagles den Vorsprung auf den direkten Konkurrent Gelnhausen durch deren gleichzeitige Niederlage in Longerich auf fünf Zähler aus.
Endstand: 38:27 (20:12)
Zuschauer: 1.015
Statistik: Juzbasic, Bartmann – Krass (5), Klasmann (4/4), Schneider (5), Noll, Hildenbrand (6), Siegler (1), Schulz (4), Marquardt (1), Hüller (2), Persson (3), Ingenpaß (3), Rose (2), Krancz, Mircic (2)
In der kommenden Woche geht es für die HSG Krefeld Niederrhein auf Reise, wenn das Auswärtsspiel in Burscheid bei den Bergischen Panthern ansteht. Gleich im Anschluss kommt es zum absoluten Topspiel. Am 05. April gastiert der derzeitige Tabellenzweite und ärgste Verfolger der Eagles in der Glockenspitzhalle. Tickets für die Partie gegen den TV Gelnhausen, für die bereits über 1.800 Tickets verkauft werden konnten, sind schon jetzt erhältlich unter tickets.hsg-krefeld-niederrhein.de.