Während die Eagles und ihre Fans die Enttäuschung über den Abstieg aus der 2. Handball-Bundesliga einigermaßen verarbeitet haben, sorgt nun die nächste unerfreuliche Nachricht für Ernüchterung: Justin Müller wird in der kommenden Saison nicht für die HSG auflaufen.
Der 30-jährige Spielmacher, der mit der HSG Wetzlar am letzten Bundesliga-Spieltag den Klassenerhalt sichern konnte, hat die Auflösung seines Vertrags in Krefeld erbeten und wird künftig für den Schweizer Erstligisten HC Kriens-Luzern spielen. Nach konstruktiven Gesprächen zwischen allen Beteiligten haben sich die Vereine auf eine Vertragsauflösung verständigt.
Müller hatte sich ursprünglich aus privaten Gründen für einen Wechsel zur HSG entschieden. Gemeinsam mit seiner Frau und dem damals acht Monate alten Tochter wollte er in die Heimatregion nahe Düsseldorf zurückkehren. Unabhängig von der Ligazugehörigkeit bezeichnete er das Angebot der Eagles als ideale Lösung: „Ich sehe hier gute Perspektiven für die HSG und mich“, erklärte er nach seiner Vertragsunterzeichnung.
Seine Verpflichtung hatte in den Sozialen Medien für große Aufmerksamkeit gesorgt. Nun erhielt Müller jedoch ein Angebot des Schweizer Meisters HC Kriens-Luzern. Der Traum, einmal in der EHF Champions League zu spielen, kann sich für den Rückraumspieler dort erfüllen. Zudem überzeugte ihn das Gesamtpaket des Vereins.
Im Gespräch mit der HSG betonte Müller ausdrücklich, dass seine Entscheidung nichts mit dem Abstieg der Eagles zu tun habe. Bereits im Mai hatte er in Düsseldorf eine Wohnung angemietet und seinen Umzug von Wetzlar an den Rhein vorbereitet. Er dankte den Verantwortlichen der HSG für den offenen und konstruktiven Austausch sowie dafür, dass sie seinem Wunsch nachgekommen sind.
„Es tut mir auch für die Fans leid, dass ich nicht für die HSG spielen werde. Aber vielleicht trifft man sich irgendwann wieder“, sagte Müller. Gleichzeitig wünscht er dem Verein viel Erfolg für das Projekt Wiederaufstieg.
HSG-Geschäftsführer André Schicks äußerte sich zur Vertragsauflösung mit gemischten Gefühlen: „Auf der einen Seite sind wir sehr enttäuscht, weil ein Großteil unserer Planungen für die neue Saison auf Justin ausgerichtet war. Auf der anderen Seite haben wir Verständnis für seinen Wunsch, diese außergewöhnliche sportliche Herausforderung mit der Perspektive auf die Champions League anzunehmen. Er hat uns gegenüber klar zum Ausdruck gebracht, dass seine Entscheidung nichts mit unserer sportlichen Situation zu tun hat.“
Klar ist jedoch auch, dass der kurzfristige Abgang des Spielmachers eine große Lücke hinterlässt. André Schicks blickt dennoch optimistisch nach vorn: „Wir sind überzeugt, diese Position qualitativ hochwertig neu besetzen zu können. Unser Ziel für die kommende Saison in der 3. Liga bleibt unverändert: der direkte Wiederaufstieg in die 2. Handball-Bundesliga.“