Während die Spieler der Eagles ihren verdienten Urlaub genießen, laufen bei der HSG Krefeld Niederrhein die Personalplanungen für die kommende Saison auf Hochtouren. Eine wichtige Entscheidung ist dabei bereits gefallen: Der Vertrag mit Torhüter Magnus Berblinger wurde verlängert. Der 19-Jährige wird zunächst an den Drittligisten Bergische Panther ausgeliehen. „Die HSG behält das Zugriffsrecht und kann ihn im Notfall jederzeit zurückholen“, erklärt der Sportliche Leiter Stefan Meler.
Vor einem Jahr erhielt Magnus Berblinger vom Bundesligisten Bergischer HC eine Förderlizenz für die HSG. Parallel erhielt er weiterhin Spielpraxis in der A-Jugend des BHC und sammelte wertvolle Erfahrungen im Seniorenbereich.
„Das Jahr ist für mich genau so verlaufen, wie es geplant war“, sagt Magnus Berblinger. „Ich habe bei der HSG viel trainiert, um mich an das Niveau im Erwachsenenbereich zu gewöhnen. Das hat sehr gut funktioniert und war für meine Entwicklung ein riesiger Schritt. Das wurde mir sowohl innerhalb der Mannschaft als auch von außen bestätigt.“
In der kommenden Saison soll der talentierte Torhüter bei den Bergischen Panthern vor allem eines sammeln: Spielpraxis. „Das wird mein erstes komplettes Jahr im Erwachsenenbereich. Bei den Panthern geht es darum, nicht erneut in den Abstiegskampf zu geraten. Dafür muss man auch mental bereit sein, Drucksituationen zu bewältigen. Diese Erfahrungen möchte ich sammeln. Danach wird man sehen, wie es weitergeht“, blickt Magnus Berblinger voraus.
Der Wechsel fällt ihm leicht, denn viele Spieler der Panther kennt er bereits. Da die Mannschaft lediglich dreimal pro Woche trainiert, wird er an den übrigen Tagen weiterhin die Morgen- und Abendeinheiten der HSG in Krefeld absolvieren.
Derzeit wartet Berblinger zudem gespannt auf die Ergebnisse seiner Abiturprüfungen. „Ich habe ein ganz gutes Gefühl“, sagt er. Ob anschließend ein Studium oder ein anderer beruflicher Weg folgt, steht noch nicht fest.
Für Urlaub bleibt dem Nachwuchstorhüter ohnehin kaum Zeit: „In anderthalb Wochen startet bei den Panthern bereits die Vorbereitung. Danach haben wir dort drei Wochen Pause, aber dann beginnt schon die Vorbereitung bei der HSG.“
Besonders reizvoll wäre für ihn ein mögliches Wiedersehen auf dem Spielfeld: „Lustig wäre es natürlich, erst gegen die Eagles zu spielen und nach einer möglichen Rückkehr später gegen die Panther.“ Ob beide Mannschaften in der kommenden Saison in derselben Staffel der 3. Liga antreten werden, steht allerdings noch nicht fest.
Für Stefan Meler war die Vertragsverlängerung eine logische Entscheidung: „Magnus hat sich bei uns hervorragend entwickelt und zusätzlich wichtige Spielpraxis in der A-Jugend des Bergischen HC gesammelt. Wir wollen ihn weiter gezielt aufbauen. Er gehört zu den talentiertesten Torhütern der Region, und wir sind überzeugt, dass er sich zu einem sehr guten Torhüter entwickeln wird. Darüber hinaus hat er sich auch menschlich hervorragend in die Mannschaft integriert.“
Sein bislang größter Moment im Seniorenbereich liegt noch nicht lange zurück. Am 15. Februar 2024 feierte Berblinger knapp einen Monat vor seinem 18. Geburtstag sein Drittliga-Debüt. Im Auswärtsspiel des TV Korschenbroich bei der HSG Krefeld Niederrhein wurde er zehn Minuten vor dem Ende vor 5.300 Zuschauern in der Yayla-Arena eingewechselt. Gleich bei seiner ersten Aktion parierte er einen Siebenmeter von Mike Schulz. „Das war einfach surreal und unglaublich“, beschrieb er damals seine Gefühle.
Der Name Magnus stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „der Große“. Mit einer Körpergröße von 1,90 Metern bringt er beste Voraussetzungen für die Position des Torhüters mit. Die Leidenschaft für den Handball liegt ihm zudem in den Genen: Sein Vater Frank spielte zwölf Jahre in der Handball-Bundesliga.
Ab der fünften Klasse besuchte Berblinger die NRW-Sportschule in Solingen. Nach dem Unterricht ging es direkt zum Training, ab der siebten Klasse zusätzlich zweimal pro Woche zu den morgendlichen Einheiten. Bis zur D-Jugend spielte er sowohl im Tor als auch auf Linksaußen.
„Als ich zum Bergischen HC kam, musste ich mich für eine Position entscheiden. Da habe ich gesagt: Ich gehe ins Tor“, erinnert sich der 19-Jährige.