Derby bei den Bergischen Panthern
In den vergangenen Jahren ging es in den Duellen zwischen den Panthern und den Eagles immer wieder um die Spitzenpositionen in der jeweiligen Drittliga-Staffel. Nach einem personellen Umbruch beim Gastgeber kämpfen die Burscheider in dieser Saison jedoch gegen den Abstieg. Anders sieht die Lage bei der HSG Krefeld Niederrhein aus, die am vergangenen Wochenende mit dem Sieg über die HSG Hanau den Einzug in die Aufstiegsrunde zur 2. Handball-Bundesliga perfekt machte und in den verbleibenden Partien die Spitzenposition, verbunden mit dem Heimrecht im Rückspiel der 1. Runde, festigen möchte.
Personell bot sich Cheftrainer Mark Schmetz eine weitere Option. Erstmals in dieser Spielzeit stand Tim Claasen nach überstandener Schulterverletzung zur Verfügung.
In der Max-Siebold-Halle setzte Schmetz zu Spielbeginn auf Martin Juzbasic im Tor sowie Cedric Marquardt, Christopher Klasmann, Jörn Persson, Lucas Schneider, Tim Hildenbrand und Niklas Ingenpaß im Feld.
Klarer Vorsprung zur Pause
Angefeuert von rund 60 Krefelder Fans musste die HSG zunächst einen 0:2-Rückstand hinnehmen, ehe Tim Hildenbrand den Bann mit seinem Treffer von Rechtsaußen in den linken Winkel brach.
Die HSG blieb anschließend am Drücker und drehte das Spiel durch Treffer von Mircic und Persson trotz Unterzahl nicht nur (5. Spielminute). Vielmehr folgte ein Sechs-Tore-Lauf der Seidenstädter, die nach einem durch Niklas Ingenpaß abgeschlossenen Tempogegenstoß die Gastgeber beim Stand von 2:6 in die frühe erste Auszeit zwangen.
Die Gelb-Schwarzen agierten offensiv im Anschluss zwar nicht immer hocheffizient, so scheiterte Tim Hildenbrand beispielsweise sowohl per Siebenmeter als auch im Nachwurf am gut aufgelegten Panther-Schlussmann Georg Mohr, doch setzten sie sich sukzessive immer weiter ab. Ein großer Anteil daran darf sicherlich auch HSG-Schlussmann Martin Juzbasic zugeschrieben werden, der das Tor zeitweise vernagelte. Bei konsequenterer Chancenverwertung hätte die Partie bereits nach einer Viertelstunde entschieden sein können, so stand es “nur” 6:12.
Nach 20 Minuten feierte Tim Claasen schließlich unter dem Jubel der mitgereisten Zuschauer sein Saisondebüt und musste mit ansehen, wie Kapitän Klasmann zunächst per Sprungwurf zum 7:13 erhöhte, direkt im Anschluss in der Rückwärtsbewegung jedoch den Anwurfkreis kreuzte und den Ball an den Rücken geworfen bekam. Konsequenterweise handelte er sich damit eine Zwei-Minuten-Strafe ein. Analog zur vorherigen Zeitstrafe zu Beginn der Partie überstand die HSG jedoch auch diese Unterzahl schadlos und konnte sich sogar deutlicher absetzen.
Nach 23 gespielten Minuten stand ein 7:16 zu Buche, ehe Robert Krass mit einem Wurf aus dem Rückraum für die erste Zehn-Tore-Führung sorgte. Fast mit dem Pausenpfiff schloss Rechtsaußen Tim Hildenbrand einen Tempogegenstoß nach Parade Juzbasic’ zum 11:20-Pausenstand ab. Die Führung hätte zu diesem Zeitpunkt höher ausfallen können, doch Mohr im Tor der Burscheider verhinderte immer wieder mit starken Paraden Schlimmeres.
HSG lässt zum Schluss die Muskeln spielen
Auch in der zweiten Halbzeit erwischten die Gastgeber den etwas besseren Start – auch, da die Krefelder dies mit diversen Fehlwürfen und technischen Fehlern begünstigten. Nach 35 Minuten hatten die Panther auf 14:21 verkürzt.
Eine Schrecksekunde gab es in der Folge, als Lukas Siegler während eines misslungenen Torwurfs einen Stoß bekam und mit dem Hinterkopf auf dem Hallenboden aufschlug. Siegler musste die Partie danach vorzeitig beenden, für ihn kam Julius Rose auf die Platte und fügte sich mit dem 16:25 glänzend ein.
Trainer Mark Schmetz verschaffte anschließend einigen Akteuren eine Verschnaufpause. Krancz ersetzte Ingenpaß am Kreis, Schulz und Noll agierten für Hildenbrand und Marquardt auf Außen.
Die Partie wogte hin und her, die Gastgeber kamen zunächst nicht näher ran. Das änderte sich rund 15 Minuten vor Schluss, als die Panther erst durch Rückraumakteur Wolter zum 21:27 trafen, ehe es wenig später nur noch 23:28 stand.
Davon ließen sich die Eagles jedoch keineswegs aus der Bahn werfen und sorgten in Person von Jörn Persson, der innerhalb einer Zeigerumdrehung dreifach erfolgreich war, wieder für klare Verhältnisse. Vor allem Persson und Rose überzeugten in dieser Spielphase mit sehr guten Entscheidungen in Eins-gegen-Eins-Duellen und drückten der Partie hiermit ihren Stempel auf. Den Gästen gelang ein 9:1-Lauf innerhalb weniger Minuten zum 24:37, die Partie war damit natürlich längst entschieden.
Zwei Minuten vor Spielende war es Klasmann vorbehalten, das 40. Tor der Eagles an diesem Abend zu werfen, ehe Pascal Noll mit seinem Treffer von Linksaußen für das Endergebnis sorgte.
Durch den ungefährdeten Sieg in Burscheid festigen die Gelb-Schwarzen ihre Spitzenposition und dürften zusätzliches Selbstvertrauen vor dem Spitzenspiel gegen den TV Gelnhausen am kommenden Wochenende gesammelt haben.
Endstand: 27:41 (11:20)
Zuschauer: 170
Statistik: Juzbasic, Bartmann – Krass (6), Klasmann (5/2), Schneider (3), Noll (2), Hildenbrand (6), Siegler (1), Schulz (2), Marquardt (1), Claasen, Persson (7), Ingenpaß (3), Rose (4), Krancz, Mircic (1)
Noch stehen vier Partien bis zum Ende der Hauptrunde auf dem Programm. In der ersten empfängt die HSG Krefeld Niederrhein den ärgsten Verfolger TV Gelnhausen am kommenden Samstag, 05. April, um 19.00 Uhr zum absoluten Spitzenspiel in der heimischen Glockenspitzhalle. Rund 2.000 Eintrittskarten konnten die Eagles hierfür schon absetzen.
Mit einem Sieg gegen den Tabellenzweiten stünde dabei fest, dass die HSG Krefeld Niederrhein als Meister der Süd-West-Staffel in die Aufstiegsrunde zur 2. Handball-Bundesliga einzieht.
Tickets für die Partie sind erhältlich unter tickets.hsg-krefeld-niederrhein.de.