Tabellarisch eine klare Angelegenheit
Die Vorzeichen für den Vergleich der beiden Teams vom Niederrhein waren glasklar. Der ungeschlagene Tabellenführer HSG Krefeld Niederrhein, lediglich mit einem Minuspunkt aufgrund des Hinrunden-Unentschiedens gegen den Zweiten TV Gelnhausen, empfing das Kellerkind aus Korschenbroich.
Der TVK hatte vor einer Woche eine höchst empfindliche 26:27-Heimniederlage gegen den direkten Konkurrenten HLZ Friesenheim-Hochdorf II quittieren müssen und dürfte somit mit einiger Wut im Bauch aber auch Vorfreude auf das Highlight in das nur rund 20 km entfernte Krefeld gereist sein. Mit an Bord waren mit Fritz Bitzel, Henrik Schiffmann und Max Zimmermann auch drei Akteure, die in der Vergangenheit bereits das Eagles-Jersey trugen.
Die HSG konnte personell nahezu aus dem Vollen schöpfen. Mit identischem Personal wie in der Vorwoche konnte Cheftrainer Mark Schmetz das Spiel gegen den Aufsteiger bestreiten. Analog zur Vorwoche standen Lars Jagieniak und Tim Claasen nicht zur Verfügung.
Schmetz setzte zu Spielbeginn auf Sven Bartmann im Tor sowie Cedric Marquardt, Christopher Klasmann, Jörn Persson, Lucas Schneider, Tim Hildenbrand und Niklas Ingenpaß im Feld.
HSG mit starkem Start ins Spiel
Die Partie begann vor großer Kulisse mit einem Highlight, als die HSG gleich den ersten Angriff per Kempa-Trick abschloss. Cedric Marquardt wurde auf Linksaußen wunderbar freigespielt, sprang in den Wurfkreis und bediente Rechtsaußen Tim Hildenbrand mustergültig, der zum 1:0 einwarf.
Während die HSG angetrieben durch Jörn Persson, der zum 2:0 und 3:0 einnetzen konnte, nachlegte, zeigten sich die Gäste zunächst beeindruckt von der Kulisse. Technische Fehler reihten sich zu Beginn aneinander, sodass die HSG nach knapp acht Minuten bereist mit 6:1 in Front lag.
Diejenigen, die daraus jedoch abzuleiten versuchten, dass der nächste Erdrutschsieg praktisch Formsache sein könnte, sollten sich getäuscht fühlen. Die Gäste robbten sich sukzessive heran und verkürzten nach knapp 20 Minuten erstmals auf nur noch drei Tore, als der ehemalige Krefelder Max Zimmermann von Linksaußen das 11:8 erzielte.
Die HSG agierte zwar spielbestimmend, konnte sich jedoch zu keinem Zeitpunkt der ersten Hälfte mehr entscheidend absetzen. Vielmehr gelang es den Korschenbroichern immer mehr, Stabilität in die eigene Defensive zu bekommen, sodass die anfangs sehr erfolgreichen Eins-gegen-Eins-Duell versandeten. So prangte schlussendlich nach 30 Minuten auch nur ein 18:15 auf dem LED-Würfel der YAYLA Arena. Rückraumspieler Lukas Siegler hatte den Halbzeitstand mit dem Pausenpfiff per Schlagwurf besorgt.
HSG zieht dem Gegner innerhalb von zehn Minuten den Zahn
Die zweite Hälfte sollte zunächst ein Spiegelbild der Schlussphase der ersten Halbzeit darstellen. Die Gastgeber blieben zwar in Front – und das auch größtenteils ohne in Gefahr zu geraten – doch gelang es zunächst nicht, sich entscheidend abzusetzen.
Das sollte sich ab der 42. Minute ändern, als die Gelb-Schwarzen den Treffer Lucas Schneiders zum 24:20 als Initialzündung verstanden. Innerhalb von neun Minuten erhöhten die Eagles auf 32:22, die erste Zehn-Tore-Führung der Partie, die Rechtsaußen Mike Schulz per schönem Heber besorgte. Die HSG zeigte in dieser Phase, was von ihr auch in den kommenden Partien inklusive einer möglichen Aufstiegsrunde zu erwarten sein dürfte. Insbesondere der Rückraum überzeugte hierbei auf ganzer Linie. Das Spiel gegen den TVK geriet für den Tabellenletzte zu einer Art Schaulauf, auch wenn der tapfer kämpfende Gast zu keiner Zeit aufsteckte. Über weite Strecken der Partie präsentierten sich die Korschenbroicher keineswegs wie ein möglicher Absteiger, nichtsdestotrotz reichte es an diesem Abend gegen abgezockte Gastgeber nicht.
Unter dem Jubel der rund 5.300 Zuschauer verabschiedeten sich beide Teams schlussendlich mit einem standesgemäßen 37:26 nach 60 Minuten. Mit dem Ergebnis dürften beide Seiten leben dürfen, da die Eagles weiterhin an der Tabellenspitze thronen, während die Gäste ihre Punkte gegen den Abstieg in anderen Partien holen wollen werden.
Durch den zehnten Sieg im zehnten Heimspiel thronen die Eagles weiterhin an der Tabellenspitze und führen diese vor dem ebenfalls erneut siegreichen TV Gelnhausen an. Der größte Konkurrent, der Longericher SC, musste hingegen mit dem 28:29 in Leutershausen einen weiteren Rückschlag hinnehmen.
Endstand: 37:26 (18:15)
Zuschauer: 5.300
Statistik: Juzbasic, Bartmann – Krass (4), Klasmann (1), Schneider (3), Noll (1/1), Lehmann, Hildenbrand (3/2), Siegler (3), Handschke, Schulz (5/1), Marquardt, Hüller (6), Persson (8), Ingenpaß (3), Mircic
Nach dem auch atmosphärischen Highlight gegen den TV Korschenbroich ist die Heimspielserie noch nicht beendet. Kommende Woche empfangen die Eagles zum Abschluss des “Heimspiel-Februars” das HLZ Friesenheim-Hochdorf II, dann um 19.00 Uhr wieder in der Glockenspitzhalle. Erst am 08. März steht mit dem Auswärtsspiel bei Saase³ Leutershausen wieder eine Auswärtspartie auf dem Programm.
Tickets für die kommenden Heimspiele, unter anderem jenes gegen Friesenheim-Hochdorf aber auch gegen die Spitzenteams Saarlouis, Hanau und Gelnhausen, sind bereits erhältlich unter tickets.hsg-krefeld-niederrhein.de.